Wolfgang-Ostwald-Preis (27.5.1883-22.11.1943, Leipzig)
Wolfgang Ostwald, ein deutscher Chemiker, gehört zu den Gründern der Kolloid-Gesellschaft. Er definierte Kolloide als besondere, disperse Systeme, die kleine Partikel mit einer Größe zwischen einem Nanometer und 0,1 Mikrometer enthalten. Wolfgang Ostwald untersuchte bereits systematisch verschiedene Arten kolloidaler Systeme, wie z. B. Gele, Kautschuke, Suspensionen, Papier, Tonmineralien, Nahrungsmittel, Emulsionen und Schäume. Während seiner Experimente entdeckte er die Grundlagen gefärbter Dispersionen, erklärte nichtlineare rheologische Eigenschaften und Turbulenzen, und er entwickelte eine Theorie der Osmose und der pH-Indikatoren. Wolfgang Ostwald schrieb mehr als 260 Publikationen und mehrere Bücher wie das berühmte Standardwerk „Die Welt der vernachlässigten Dimensionen“. Wolfgang Ostwald gab seit 1909 die „Kolloidchemischen Beihefte“ heraus und neben diesen Aktivitäten wurde er zum ersten Präsidenten der Kolloidgesellschaft berufen (1922-1943).

Die Kolloid-Gesellschaft kann für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der reinen oder angewandten Kolloidwissenschaft den Wolfgang-Ostwald-Preis verleihen. Dadurch soll vornehmlich die wissenschaftliche Lebensleistung hervorragender Fachleute gewürdigt werden. Jüngere Wissenschaftler sind von dieser Würdigung aber nicht ausgeschlossen. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Gedenkmünze.
Preisträger seit 1961
1961 Otto Kratky (1902 - 1995), Chemiker, Graz (Österreich)
1963 F. Horst Müller (1907 - 1986), Chemiker, Marburg
1965 Ulrich Hofmann (1903 - 1986), Chemiker, Heidelberg
1971 Walter Noll (1907 - 1987), Chemiker, Leverkusen
1973 Günther Rehage (1920 - 1984), Chemiker, Clausthal-Zellerfeld
1975 Bun-ichi-Tamamushi (1898 - 1983), Chemiker, Tokio (Japan)
1979 Ron H. Ottewill (1927 - 2008), Chemiker, Bristol (England)
1981 Ervin Wolfram (1923 - 1985), Chemiker, Budapest (Ungarn)
1989 Jan Theodor Gerad Overbeek (1911 - 2007), Chemiker, Utrecht (Niederlande)
1991 Pierre-Gilles de Gennes (1932-2007), Physiker, Paris (Frankreich)
1993 Wolfgang Helfrich (geb. 1932), Physiker, Berlin
1995 Hans Sonntag (1932 - 1997), Chemiker, Berlin
Heinz Hoffmann, Chemiker, Bayreuth
1997 Stig Friberg (geb. 1932), Chemiker; Potsdam, N. Y. (USA)
1998 Gerhard Findenegg, Chemiker, Berlin
1999 A. W. Neumann, Chemiker, Toronto (Kanada)
2001 Erich Sackmann, Physiker, München
2004 Gerhard Lagaly, Chemiker, Kiel
2005 Barry William Ninham, Physiker, Florenz (Italien) / Australien
2007 Martien Cohen-Stuart, Chemiker, Wageningen (NL)
2009 Helmuth Möhwald, Physiker, Potsdam
2011 Friedrich Kremer, Leipzig







